Capdarlehen

CapdarlehenDas Capdarlehen ist der im deutschen Finanzwesen gängigste Kredit, der zu variablen Zinskonditionen abgeschlossen wird. Während bei einem herkömmlichen Ratenkredit ein fester Zinssatz im Kreditvertrag zu finden ist und für die Dauer der Vertragslaufzeit angerechnet wird, kann sich der Schuldzins bei einem Capdarlehen im Laufe der Monate und Jahre ändern. Durch den Cap als Obergrenze erhält der Kreditnehmer für sein Darlehen die Sicherheit, dass der Kreditzins nicht über einen festgelegten Wert hinausgehen kann.

Verbreitet ist das Capdarlehen hauptsächlich bei Baufinanzierungen und stellt eine Alternative zu Krediten mit Zinsbindung und einer Anschlussfinanzierung mit oder ohne Forward-Darlehen dar. Durch den Abschluss des Darlehens akzeptiert der Kreditnehmer eines Baukredits, dass sich die Zinskonditionen über die Jahre und Jahrzehnte hinweg ohnehin ändern werden. Durch den Cap besteht dennoch die Sicherheit, dass der Tilgungszins nicht beliebig ansteigen kann.

Im Regelfall verfügt das Capdarlehen auch über einen unteren Cap, was den Mindestzins während der gesamten Vertragslaufzeit des Baudarlehens vorgibt. Diese Regelung wirkt sich zu Gunsten des Kreditinstituts aus und sichert diesem unabhängig von den Zinsentwicklungen des Marktes eine Mindesteinnahme über die variable Verzinsung zu. Ob ein Capdarlehen anstelle einer klassischen Baufinanzierung lohnt, ist individuell abzuwägen und hängt vorrangig von der persönlichen Risikobereitschaft bezüglich der Zinsentwicklung ab.